Geschichte der Katholischen Gemeinde Pulsen

0004Die römisch-katholische Kirche gehört zum Dekanat Meißen, dieses wiederum zum Bistum Dresden.

1945

Die Gründung einer römisch-katholischen Kirchgemeinde in Pulsen kam durch die Umsiedler und Flüchtlinge, die nach dem zweiten Weltkrieg ihre Heimat verlassen mussten, zustande. Viele von ihnen stammten aus Pommern, dem Sudetenland oder Schlesien.

Mit einem der Flüchtlingstrecks kam auch ein katholischer Priester, Pfarrer Alfred Dinther (geb. am 14. Juli 1882 in Gellenau, Kreis Glatz, Schlesien) sowie Flüchtlinge seiner Heimatgemeinde im September 1946 nach Pulsen. Alfred Dinther wurde am 22. Juli 1906 zum Priester geweiht. Bis zu seiner Vertreibung am 25. September 1946 aus Schlesien war er Pfarrer in Reyersdorf und wurde nach seiner Ansiedlung in Pulsen gleich als Lokalkaplan in Gröditz und Pulsen eingesetzt.

Einige wertvolle Kirchengegenstände konnte er vor der herannahenden Kriegsfront retten und brachte sie gut erhalten in seine neue „Heimat“ nach Pulsen. Das sind die Marienfigur und die Weihnachtskrippe, welche auch heute noch in der Pulsener Kapelle stehen.

In der Nachkriegszeit wurden die Gottesdienste einmal im Monat in der Koselitzer Kirche sowie hin und wieder auch in der Frauenhainer Kirche gefeiert. Familie Hoffmann aus Koselitz holte Pfarrer Dinther im Sommer mit der Kutsche und im Winter mit dem Schlitten nach Koselitz und brachte ihn nach der Messfeier wieder zurück nach Hause. Später konnte die Gemeinde die Bauernstube in der Kulturstätte nutzen, um in der schweren Nachkriegszeit Stärkung und Halt durch Gott zu erfahren und ihren Glauben auszuüben. Werktags wurde die Heilige Messe bei Familie Retschk im Wohnzimmer.

1949 zog Pfarrer Dinther in die Leninstraße um. Die Heilige Messe zelebrierte er in seinem Wohnzimmer.

Anfang der 1950er Jahre kaufte Pfarrer Dinther vom Stahlwerk eine alte Barracke, welche zuvor bis 1945 als Gefangenenbarracke gedient hatte, um in Pulsen eine Kapelle aufzubauen. Sie wurde am Pulsener Weg abgebaut, etwas gekürzt und alles was irgendwie brauchbar war, wurde in Pulsen zum Aufbau der Kirche verwendet. Die Kirchenbänke kamen aus Glaubitz.

1952 wurde Pulsen in die Pfarrei Gröditz eingegliedert.

1955 konnte die Kapelle „Heilige Dreifaltigkeit“ in Pulsen eingeweiht werden. Es war die erste römisch-katholische Urgemeinde im Umkreis. Das Marienbild wurde am Seitenaltar aufgebaut und am Hauptaltar wurde das Dreifaltigkeitsbild angebracht. Die Jesusstatue war ein Geschenk der Familie Retschk, welche sie zur Hochzeit von der Mutter der Braut geschenkt bekamen. Von da an wurde in der Kapelle am Sonntag zweimal die Heilige Messe gefeiert.

1956 beging Pfarrer Dinther sein 50-jährigem Priesterjubiläum. In diesem Jahr wurde auch die neue Kirche in Gröditz geweiht.

1961 verstarb Pfarrer Dinther am 11. Mai zu Christi Himmelfahrt in Pulsen und wurde in Gröditz beigesetzt.

Nach seinem Tod trat Pfarrer Alfred Mith im gleichen Jahr an die Stelle von Pfarrer Dinther in Pulsen. Pfarrer Mith wurde am 30. Juli 1939 in Bautzen zum Priester geweiht. 1944 war er als Kaplan in Riesa mit der Betreuung der Arbeitslager in Zeithain und Gröditz sowie der Orte rechts der Elbe beauftragt. Er weihte 1956 die neue Kirche in Gröditz. Pfarrer Mith prägte die Gemeinde für die folgenden 17 Jahre. 1978 verstarb er und wurde in Gröditz an der Seite seines Amtsvorgängers beigesetzt.

Eng verbunden mit der Kapelle in Pulsen ist der Musiker, Maler und grafiker Medardus Höbelt (geb. am 2. Juli 1914) aus Glaubitz. Er schuf die Glasfenster für der Gröditzer Pfarrkirche sowie den in der Kirche befindlichen Kreuzweg. Vermutlich gestaltete er auch den Wandbehang mit dem Motiv der Heiligen Dreifaltigkeit in der Pulsener Kapelle. Als die Glaubitzer Kirche eine neue Bestuhlung bekam, ist es ihm zu verdanken, dass die alten Sitz- und Kniebänke in der Pulsener Kapelle einer neuen Nutzung zugeführt werden konnten. Medardus Böbelt verstarb am 1. Feburar 2011.

Aus den vielen Vertriebenen entstand 1946/47 ein sehr guter Kirchenchor, der zu vielen Anlässen sang. Geleitet wurde er zeitweise von Medardus Höbelt und Frau A. Förster, einer Schneiderin in Pulsen. Frau Förster übernahm später die Leitung als Herr Höbelt nach Glaubitz zog.

Nach dem Tode von Pfarrer Alfred Mith übernahm Pfarrer Josef Sobeczko 1978 die Pulsener Kirchgemeinde.

Josef Sobeczko wurde am 14. November 1928 in Berlin geboren und am 17. Dezember 1960 in Bautzen zum Priester geweiht. Er war als Kaplan in Altenburg (1971), Saalfeld (1962) und Riesa (1963) eingesetzt. 1965 wurde er für das Bischöfliche Kommissariat Meiningen freigestellt und leitete die Kuratie Meiningen-Land. Von 1966 an wurde ihm die Pfarrvikarie Frohburg anvertraut. Im Jahr 1978 übernahm er die Pfarrei Gröditz und Pulsen, die er bis zu seinem Tode leitete. Er war 32 Jahre lang mit seiner Gemeinde vertraut, setzte seine ganze Kraft für die ihm anvertrauten Gläubigen ein.

Am 25. März 2010 verstarb Pfarrer Josef Sobeczko und wurde in Gröditz neben Pfarrer Mith und Pfarrer Dinther beigesetzt.

Als Pfarrer Sobeczko sein Amt antrat, gestaltete er das Innenleben der Pulsener Kapelle Mitter der 1980er Jahre vollständig um. Vorher befand sich der Altar an der Ostseite der Kapelle, daneben dienten zwei Räume als Sakristei. Neben dem Mittelgang befanden sich Bankreihen. Er verlegte den Altar zur Nordseite und die Bankreihen um den Altar herum.

Zur DDR-Zeit wurde ein Antrag gestellt, die Kirche von außen massiv zu verkleiden. Von den Behörden war jedoch weder eine Genehmigung zu erhalten noch Unterstützung zu bekommen. Der Grund dafür: Kein Material. Darauf wurde eine Eigeninitiative gestartet udn das erforderliche Material beschafft, um die Kirche von innen massiv zu verkleiden.

1995/96 wurde die Kirche renoviert.

Seit dem 1. Januar 2011 gehören die Gemeinden Gröditz mit der Kirche „Maria Königin des Friedens“ sowie die Gemeinde Pulsen mit ihrer Kirche „Heiligste Dreifaltigkeit“ zur Pfarrei St. Katharina in Großenhain und wird durch Pfarrer Andreas Jaster betreut.

In allen Kirchen wird regelmäßig die Heilige Messe gefeiert.

Die Heilige Dreifaltigkeit, Dreieinigkeit oder Trinität (lat. trinitas = Dreizahl) bezeichnet in der christlichen Theologie die Wesenseinheit von Gott Vater, Gott Sohn (Jesus Christus) und Gott Heiliger Geist. Das Dreifaltigkeitsfest wurde 1334 als katholisches Hochfest allgemein eingeführt. Es wird am 1. Sonntag nach Pfingsten gefeiert. Das Dreifaltigkeitsfest hat als Ideenfest das Dogma von der Dreifaltigkeit Gottes zum Inhalt.

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