Mal schnell was beten …

Mal schnell zwischendurch was beten – eine Art Stoßgebet ´gen Himmel schicken, wer kennt das nicht? Und im Grunde ist das ja auch gut.

Sonntags mal schnell noch in die Messe gehen – weil es halt dazugehört. Wer kennt das nicht? Manche sagen dann, ich habe meine Pflicht erfüllt.

In einer Kirche unterwegs mal eben schnell ein Opferlicht bei Maria anzünden – wenn man schon in mal eine Kirche besucht. Wer kennt das nicht. Man hat dann wenigstens ein gutes Gefühl …

Das alles darf so sein. Warum auch nicht?! Aber: Warum immer nur schnell?

Auch wenn der Alltag uns unheimlich bindet, sollte für Gott, für das Gebet auch immer etwas mehr Zeit bleiben als nur dieses oder jene Stoßgebet.

Auch wenn es für viele (noch) zum Sonntag gehört, die Heilige Messe zu besuchen, sollte es nicht nur ein Besuch sein, sondern eine wirkliche Mitfeier, ein Höhepunkt in der gerade begonnenen Woche, woraus ich dann wirklich lebe.

Und wenn ich irgendwo ein Opferlicht anzünde, bleibt sicher auch die Zeit für ein kurzes Verweilen im Gebet. Manche sagen zwar, die Kerze bete für mich, aber das ist wohl eher eine faule Ausrede.

Was ist eigentlich der tiefere Sinn des Betens? Doch sicher nicht nur ein Notnagel, sicher auch nicht nur eine Pflichterfüllung oder gar eine Gewissensberuhigung.

Gebet ist das, was wir in der Heiligen Messe alle mitsprechen, wenn nach der Gabenbereitung der Priester sagt: „Erhebet die Herzen“ – Und alle antworten treu und brav: „Wir haben sie beim Herrn“. Hier möchte ich als Pfarrer manchmal gern unterbrechen, um nachzufragen: „Wirklich?“

Gebet ist also ein Erheben unseres Herzens zu Gott. Man könnte sagen, ein Erheben des ganzen Menschen. Wir lassen uns zu Gott hinziehen. Er ist es, der uns schon dadurch im Gebet beschenkt, daß er uns aufrichtet, weil wir überhaupt zu ihm beten dürfen. Ihm dürfen wir ungefiltert alles sagen. Wir brauchen nicht erst ein Konzept erstellen, keinen Kostenplan und ebenso wenig Risiken oder Nebenwirkungen befürchten. – Ist es das nicht allein schon wert, öfter sein Herz zu IHM zu erheben und dabei etwas mehr Zeit zu haben?

Und vergessen wir nicht, auch immer unseren Dank und Lobpreis zu bringen. Vergessen wir nicht, daß trotz vieler Beschwernisse, die wir ihm anvertrauen dürfen, es auch Grund genug gibt, zu danken und zu loben:

Gott ich preise dich, weil ich dich kennen darf, weil es Menschen gab, die mir von dir erzählten.
Gott ich preise dich, weil du mich im Glauben reich beschenkt hast.
Gott ich preise dich, weil ich oft mehr habe, als ich zum Leben brauche.
Gott ich preise dich, weil du mir all meine Schuld vergeben willst.
Gott ich preise dich, auch wenn ich Probleme mit mir und meinen Mitmenschen habe. Ich preise dich, weil ich die dir bringen darf, selbst jene, die mir feindlich gegenübertreten.
Gott ich preise dich, weil mich und alle segnest, damit wir leben können.
Gott ich preise dich, weil ich darauf vertrauen darf, dass du mich in meinem Sterben zu dir rufen willst. Hilf mir so zu leben, dass ich deinem Ruf in diesem Leben folge, damit im ewigen Leben mein so unvollkommenes Lobgebet sich im Chor der Engel und Heiligen vollende.
Gott ich preise dich. Amen. Halleluja.

 

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