Ostergruß 2015

tabernakelLiebe Gemeinde, liebe Besucher!

Im ältesten Abendmahlsbericht, den uns Paulus im 1. Korintherbrief (11,23-26 = zweite Lesung am Gründonnerstag) überliefert hat, heißt es im Vers 25: „Ebenso nahm er [Jesus] nach dem Mahl den Kelch und sprach: Dieser Kelch ist der Neue Bund in meinem Blut. Tut dies, sooft ihr daraus trinkt, zu meinem Gedächtnis!“ Hier wird uns aufgetragen, Eucharistie zu feiern, bis Christus wiederkommt; sein Gedächtnis und damit den Glauben wachzuhalten bis er wiederkommt; den neuen Bund in seinem Blut lebendig zu gestalten bis er wiederkommt. „Das ist mein Blut“, so hat Jesus selber den Kelch beim letzten Mahl mit seinen Jüngern gedeutet!

Heute in dieser Zeit sind also wir es, die seinen Auftrag ausführen. Es ist eine Feier nicht aus ängstlichem Gehorsam heraus, sondern weil er selbst in dieser Feier da ist. Er ist da, so wie damals und zu jeder Zeit bis in Ewigkeit. In diesem Bewusstsein Eucharistie zu feiern ist wunderbar, ist ein Wunder.

Die Jünger sind heute wir. Wir leben aus ihm heraus unseren Alltag. In seiner Gegenwart in seinem Leib und Blut tritt der Mensch zurück, um alles von ihm zu empfangen, ihn selbst zu empfangen, der uns in jeder Eucharistie neu einlädt, ihn zu empfangen.

Liebe ist das einzige Wort, das dieses Geschehen angemessen erklären kann. Sein Leben, seinen Leib und sein Blut aus Liebe für uns hingegeben, verlangt nach meiner Antwort. Es ist meine Lebenshingabe an ihn, jeden Tag neu, ganz gleich in welcher Situation oder Verfassung. Das geht nur in Liebe.

Vielleicht versteht die Welt heute deswegen nicht, was hier geschieht und was wir in der Eucharistie feiern, weil sie Liebe nicht mit Hingabe, sondern mit purer Eigenliebe verwechselt. Liebe verlangt nach dem anderen, sie will sich verströmen, sich hingeben für andere. Gott hat uns diese Liebe erwiesen, er hat vorgelebt, dass es keine größere Liebe gibt, als wenn jemand für seine Freunde sein Leben hingibt.

Tauchen wir in den Tagen der Heiligen Woche besonders in dieses große Geheimnis ein. Es wird dann unser Leben verändern. Es geschieht Verwandlung. Die größte Verwandlung war der Tod, der zum neuen Leben wird. Lassen wir uns verwandeln.

Ihnen allen eine gesegnete Zeit!

Ihr Pfr. Andreas Jaster

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